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Flammengeküsst
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Handlungszusammenfassung

Der grausame Erlass einer Generalin

Die zerbrechlichste Sorrengail wird in den tödlichsten Quadranten befohlen

Violet Sorrengail hat zwanzig Jahre lang auf den Schreiber-Quadranten am Kriegskolleg Basgiath hingearbeitet, wo ihr verstorbener Vater einst in den Archiven tätig war. Ihr Körper arbeitet gegen sie — Knochen, die leicht brechen, Gelenke, die ausrenken, Muskeln, die in den schlimmsten Momenten versagen. Doch Generalin Lilith Sorrengail, kommandierende Generalin des Kollegs und Violets Mutter, verfügt, dass kein Kind von ihr zu den Schreibern gehen wird. Violets ältere Schwester Mira, eine ausgezeichnete Reiterin, fliegt herbei, um zu protestieren — vergeblich. In der Stunde vor der Musterung befreit Mira Violets Rucksack von Büchern, schnürt sie in eine Weste, die mit abgeworfenen Schuppen ihres eigenen Drachen besetzt ist, und bewaffnet sie mit Dolchen. Der einzige Rat, der zählt: Benutze deinen Verstand, denn dein Körper wird dich nicht retten.

Der Tod wandelt auf der Brüstung

Eine regenglatte Brücke, ein Mörder im Rücken, Xaden am Ende

Die Brüstung ist eine achtundvierzig Zentimeter breite Steinbrücke, die sechzig Meter über einer Schlucht schwebt, und der Regen verwandelt sie in eine Todesfalle. Violet tauscht einen Stiefel mit Rhiannon Matthias — einer Mitanwärterin — und verschafft sich so besseren Halt, dann rezitiert sie Geografie, um ihren Geist vor dem Erstarren zu bewahren. Sie sieht einen Kandidaten ausrutschen und in den Tod stürzen. Hinter ihr wirft Jack Barlowe einen anderen Kandidaten von der Brücke und stürmt auf sie zu. Violet rennt ihm davon und hält ihm auf der Zitadellenseite einen Dolch an die Leiste, wobei sie das Regelwerk des Quadranten zitiert, um Vergeltung zu verhindern. Doch die Begegnung, die sich am tiefsten einbrennt, findet zuvor am Turm statt: Xaden Riorson, dessen Vater Violets Bruder tötete und dessen Vater Violets Mutter hinrichten ließ, erkennt ihren Nachnamen. Sein Rebellionsmal schlängelt sich vom Handgelenk bis zur Kieferlinie, und sein Hass ist absolut.

Versetzt in die Höhle des Wolfes

Xaden stellt Violet direkt unter sein tödliches Kommando

Violet trifft Dain Aetos wieder, ihren besten Freund aus Kindertagen und Truppführer im zweiten Jahr, der sie und Rhiannon in seinen Trupp einteilt. Dain versucht sofort, sie in den Schreiber-Quadranten zu schmuggeln, doch Violet lehnt ab — ihre Mutter würde sie sofort zurückholen. Bei der ersten Aufstellung landen Drachen auf den Hofmauern und verbrennen drei Kadetten, die zu fliehen versuchen. Dann inszeniert Xaden einen Trupptausch und verlegt Violets gesamte Einheit in den Vierten Flügel — seinen Flügel. Das Motiv ist offensichtlich: Als ihr Flügelführer kontrolliert er ihre Strafen, Aufträge und ihr Überleben. Jeder gezeichnete Kadett im Quadranten — Kinder, deren Eltern Violets Mutter hinrichten half — hat nun über die Befehlskette direkten Zugang zu ihr. Sie ist ihm vollständig ausgeliefert.

Das geheime Arsenal der Gelehrten

Violet macht Kräuter, Pilze und ihr enzyklopädisches Gedächtnis zur Waffe

Miras Abschiedsgeschenk taucht versteckt in Violets Koje auf: ein Tagebuch ihres toten Bruders Brennan, gefüllt mit Überlebenstaktiken, die er ursprünglich für Mira geschrieben hatte. Ein Eintrag verrät, dass die Kampfpaarungen im Voraus im Besprechungsraum der Ausbilder ausgehängt werden. Violet schleicht sich nachts hinaus, um am Fluss Pflanzen zu sammeln — Fonilee-Beeren, halluzinogene Pilze, betäubende Wurzeln — und versetzt das Essen ihrer Gegner vor jedem Kampf. Ein stiergleich anstürmender Kämpfer erbricht sich plötzlich mitten im Kampf. Einer schnellen Frau verschwimmt die Sicht. Fünf aufeinanderfolgende Siege, fünf erbeutete Dolche und kein einziger Toter. Violet beweist, worauf Mira am Tag der Musterung bestanden hatte: Ihr Verstand ist ihre tödlichste Waffe. Xaden, der von der Seitenlinie aus zuschaut, bemerkt das Muster der auffällig erkrankten Gegner — und bewahrt ihr Geheimnis.

Geheimnisse unter der Eiche

Xadens illegales Treffen gibt Violet ein Druckmittel — und einen Gefallen

Beim nächtlichen Beerensammeln am Fluss klettert Violet auf einen Baum und erstarrt, als sich Gestalten in schwarzen Umhängen darunter versammeln. Xaden leitet ein Treffen von mehr als zwanzig Kadetten mit Rebellionsmalen — ein Kapitalverbrechen, da Gezeichnete sich nicht in Gruppen von mehr als drei versammeln dürfen. Er berät Erstjährige in Kampf und Studium, ein Mentor, der die Jüngsten vor einem System beschützt, das darauf ausgelegt ist, sie zu töten. Doch als jemand fragt, wann sie Violet Sorrengail töten dürfen, erklärt Xaden, sie sei seine Angelegenheit. Nachdem die anderen gegangen sind, fängt er sie mit Schatten. Sie hält ihre Dolche bereit, verspricht aber Schweigen. Das Treffen war Beratung, keine Verschwörung, und sie weigert sich, Erstjährige zum Tode zu verurteilen, weil sie Hilfe gesucht haben. Er räumt ein, dass sie interessant ist, und gibt zu, dass er ihr einen Gefallen schuldet.

Ein Messer bezwingt den Hindernisparcours

Violet biegt den Kodex zurecht, um das Unbezwingbare zu erklimmen

Der Hindernisparcours ist ein vertikaler Kletterkurs, der in eine Felswand gehauen wurde, und Violet kann die Kaminformation nicht überwinden — sie ist schlicht zu klein. Nachdem eine Truppkameradin von den rotierenden Pfosten in den Tod gestürzt ist, scheitert Violet in jeder Übungseinheit am selben Hindernis. Beim letzten, zeitgestoppten Durchlauf vor der Präsentation, bei der die Drachen sie beurteilen, spannt sie ein Seil horizontal, um an einer Seite des Kamins hochzulaufen, und rammt dann ihren persönlichen Dolch in die nahezu senkrechte Rampe oben, wobei sie seinen Griff als Tritthilfe nutzt, um sich über die Kante zu schwingen. Ein rivalisierender Flügelführer schreit, sie betrüge. Violet zitiert das Regelwerk: Jeder Gegenstand, der über die Brüstung getragen wurde, gilt als Teil des Reiters. Xaden bestätigt die Entscheidung. Der richtige Weg ist nicht der einzige Weg — eine Lektion, die er ihr einst erteilt hatte.

Zwei Drachen wählen

Die kleinste Reiterin bindet den mächtigsten Drachen Navarres

Beim Dreschen, wo Erstjährige ein bewaldetes Tal betreten und hoffen, dass Drachen sie erwählen, wandert Violet stundenlang umher, ohne einen Ruf zu spüren. Dann belauscht sie Jack Barlowe und zwei Verbündete, die den goldenen Federschwanz jagen — sie planen, ihn zu töten, weil er zu klein und schwach sei. Mit einem verstauchten Knöchel stellt sich Violet zwischen drei bewaffnete Männer und einen wehrlosen Drachen, wirft Dolche in Jacks Schulter und den Oberschenkel eines anderen Angreifers. Dann bebt die Erde. Tairn — ein jahrhundertealter Schwarzer Morgensternschweif, der mächtigste ungebundene Drache überhaupt — landet und verbrennt einen Angreifer. Er wählte Violet, weil sie den Kleinen mit Wildheit verteidigt hatte. Der goldene Federschwanz Andarna bindet sich ebenfalls, was Violet zur ersten Reiterin der Geschichte mit zwei Drachen macht. Tairns Gefährtin ist — und das ist entscheidend — Sgaeyl, Xadens Drache.

Durch Drachen aneinandergekettet

Tairns und Sgaeyls Paarbindung verknüpft Violets Schicksal mit Xadens

Gepaarte Drachen können nicht getrennt voneinander überleben — und folglich auch ihre Reiter nicht. Wenn Violet stirbt, könnte Tairn ihr folgen, was möglicherweise Sgaeyl und dann Xaden in einer Kaskade gerissener Bindungen mit in den Tod reißt. Die Verbindung ist dauerhaft. Xaden weist Liam Mairi — den stärksten Erstjährigen, seinen Pflegebruder und einen Gezeichneten, der ihm alles schuldet — als Violets persönlichen Leibwächter zu und verlegt Liam in das Nachbarzimmer. Als Dain Violet bei der Feier nach dem Dreschen küsst, fühlt sie nichts; der Funke, den sie sich jahrelang eingebildet hatte, existiert schlicht nicht. Unterdessen betrachten einundvierzig ungebundene Reiter Violet als ihr goldenes Los: Töte sie, solange die neue Bindung fragil ist, und Tairn könnte jemand anderen akzeptieren. Sie war noch nie wertvoller oder gejagter.

Eingefrorene Sekunden, sechs Leichen

Andarna hält die Zeit an, als Attentäter sich um Violets Kehle schließen

Violet erwacht mit einer Klinge an ihrem Hals. Sechs ungebundene Reiter sind in ihr Zimmer eingebrochen — jemand hat es von außen aufgeschlossen. Ein Dolch prallt wirkungslos von ihrer Drachenschuppen-Rüstung ab, und sie verwundet drei Angreifer, doch sie überwältigen sie. Oren Seifert umklammert ihre Kehle und hebt ein Messer, um es zu beenden. Dann Stille. Jeder Angreifer erstarrt mitten in der Bewegung. Andarna — in Wahrheit ein zweijähriger junger Federschwanz — hat ihre angeborene Gabe kanalisiert: die Fähigkeit, die Zeit anzuhalten. Violet befreit sich in den eingefrorenen Herzschlägen, bevor Xaden durch die zersplitterte Tür bricht und alle sechs mit Schatten und Klinge tötet. Die Tür wurde von Amber Mavis geöffnet, einer rivalisierenden Flügelführerin, die öffentlich angeklagt und durch Drachenfeuer hingerichtet wird. Der Quadrant lernt den Preis kennen, Tairns Reiterin zu bedrohen.

Schneefall und der erste Kuss

Xaden lehrt Abschirmung und behauptet dann, der Kuss sei ein Fehler gewesen

Als Tairn endlich beginnt, Violet Kraft zu kanalisieren, treibt sie die überwältigende Flut seiner Emotionen — einschließlich der rohen Lust der Paarung mit Sgaeyl — beinahe ins falsche Bett. Sie flieht in den verschneiten Innenhof, wo Xaden Schmuggelware raucht, um die identische Wirkung abzustumpfen. Er lehrt sie, ihren Geist in einem mentalen Ort zu verankern, der sich wie Zuhause anfühlt — sie wählt die Archive — und eine Tür gegen Tairns emotionalen Ansturm zu errichten. Sie meistert es in Minuten, eine Leistung, für die Xaden Wochen brauchte. Noch immer durchflutet von geborgtem Verlangen und echtem Überschwang, sagt sie ihm, dass sie ihn will. Er stöhnt, nennt es einen katastrophalen Fehler, sie zu küssen — und tut es trotzdem. An der Festungsmauer im fallenden Schnee schreibt der Kuss alles zwischen ihnen um. Danach besteht er darauf, dass es nicht wieder passieren darf.

Xadens Arsenal

Maßgefertigte Dolche, ein Drachensattel und unerbittliche Trainingseinheiten

Nachdem Jack Barlowe Violet in einem Zweikampf mit seinem zerstörerischen Signet beinahe getötet hat, übernimmt Xaden persönlich ihr Training. Er ersetzt Rhiannon und Liam auf den Matten und treibt Violet jeden Abend an ihre körperlichen Grenzen, während Imogen, eine gezeichnete Zweitjährige, mit Gewichten die Muskeln um ihre fragilen Gelenke stärkt. Er lässt Dolche mit tyrrischen Runengriffenin genau ihrer Handgröße anfertigen und überreicht sie, indem er sie zwingt, ihn auf der Matte zu entwaffnen. Er entwirft mit Tairn einen Sattel — Lederriemen über den Oberschenkeln, Steigbügel und einen Hüftgurt — damit Violet endlich reiten kann, ohne dass Tairn Energie aufwenden muss, um sie im Sitz zu halten. Die Intimität dieser Schöpfungen — Waffen, die für ihre Hände geschmiedet wurden, ein Sattel, der um ihren Körper gebaut wurde — spricht lauter als jedes Geständnis, das er sich weigert abzulegen.

Der Blitz findet seine Trägerin

Violets Signet manifestiert sich, indem es Jack Barlowes Turm pulverisiert

Während der Luftschlacht der Kriegsspiele springt Jack von seinem Drachen auf Liams Drachen Deigh und rammt Liam ein Schwert in die Seite. Violet fängt den fallenden Liam auf Tairns Rücken auf, und Monate aufgestauter Kraft vereinen sich mit urtümlicher Wut. Ihr Mal brennt seit Monaten, die unkanalisierte Energie droht sie von innen zu verzehren. Jetzt manifestiert sie sich. Blitze reißen auf ihren Befehl vom Himmel und zerschmettern den Turm der Übungsfestung, auf dem Jack triumphierend steht. Er stürzt in einer Steinlawine in den Tod. Der gefährlichste Tyrann des Quadranten ist beseitigt, doch Violet übergibt sich im Nachbeben ihres ersten Kills. Xaden findet sie und spricht die Wahrheit aus, die sie hören muss: Sie ist nicht bloß eine Waffe — sie ist die Waffe, die ein ganzes Königreich verteidigen kann.

Narben auf der Brüstung

Violet gesteht ihre Liebe; Xaden enthüllt einhundertsieben Narben

Am Tag der Wiedervereinigung — dem Jahrestag sowohl des Endes der Rebellion als auch von Brennans Tod — geht Violet barfuß in ihrer Ausgehuniform über die Brüstung zu Xaden, der allein im Dunkeln sitzt und um seinen Vater trauert. Sie sagt ihm, dass sie in ihn verliebt ist, dass sie selbst entscheidet, wann sie ihr Herz riskiert, und dass sie weitergeht, wenn er nicht zugeben kann, was zwischen ihnen existiert. Er bringt sie in sein Zimmer. Sie verwüsten in dieser Nacht ihr Zimmer — sie setzt mit Blitzen die Vorhänge in Brand, er zerschmettert ihren Schrank mit Schatten. Danach zeichnet sie die silbernen Narben nach, die sich über seinen Rücken ziehen. Einhundertsieben Male, eines für jedes Kind der Rebellion, dessen Loyalität er mit seinem eigenen Leben garantiert hat. Wenn eines Navarre verrät, stirbt er. Er hat die ganze Zeit alle beschützt.

Der verlassene Außenposten

Dains gestohlene Erinnerung schickt Xadens Trupp jenseits der Schutzzauber in den Tod

Für die letzte Übung der Kriegsspiele stellt Xaden seinen Hauptquartiertrupp ausschließlich aus Reitern mit Rebellionsmalen zusammen — plus Violet. Sie fliegen nach Athebyne, einem Außenposten jenseits von Navarres Schutzbannen, und finden ihn verlassen vor. Eine Depesche von Colonel Aetos — Dains Vater — besagt, ihre Mission sei schlicht zu überleben. Die Puzzleteile fügen sich mit übelkeitserregender Klarheit zusammen: Dains Signet erlaubt es ihm, durch Berührung jüngste Erinnerungen zu lesen. Er hatte Violets Gesicht in seine Hände genommen, als sie sich trennten, und ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung ihre Erinnerungen an Xadens geheime Reisen nach Athebyne abgezogen. Ihr bester Freund hat ihren Geist missbraucht, und die Informationen werden als Waffe eingesetzt, um jeden gezeichneten Reiter in Xadens innerem Kreis hinzurichten. Die Falle ist bereits zugeschnappt.

Fabeln werden Wirklichkeit

Venin, Wyvern und Xadens geheimer Krieg sind keine Mythen

Greifenflieger treffen ein und begrüßen Xaden wie alte Verbündete, nicht wie Feinde. Er hat Waffen geschmuggelt, die aus derselben Legierung geschmiedet sind, die Navarres Schutzbanne speist — das einzige Material, das Venin töten kann, die dunklen Wirker aus Violets Kindheitsmärchenbuch. Die Kreaturen sind real: seelenlose Menschen, die Magie aus der Erde saugen, sich selbst korrumpieren und Wyvern erschaffen, zweibeinige drachenartige Abscheulichkeiten. Violets Wut über Xadens Täuschung ringt mit der entsetzlichen Erkenntnis, dass ihr Vater versucht hatte, sie durch einen Brief zu warnen, der im Einband des Buches versteckt war. Navarres Führung weiß seit Generationen von den Venin und hat sich entschieden, sich hinter ihren Bannen zu verstecken, während Poromiel abgeschlachtet wird. Violet erklärt sich bereit, an der Seite der Revolution zu kämpfen — sagt Xaden aber, dass sie ihm ihr Herz nie wieder anvertrauen wird.

Liam fällt, der Blitz antwortet

Violet kanalisiert alles, was sie hat, nachdem ihr Freund in ihren Armen stirbt

Venin und ihre Wyvern greifen den Handelsposten Resson an. Der Trupp kämpft Seite an Seite mit Greifenfliegern gegen vier Venin und eine Horde Wyvern, die blaues Feuer speien, das kein Drachenfeuer löschen kann. Ein Venin entzieht einem Reiter und seinem Drachen das Leben und verwandelt sie in Sekunden zu Hüllen. Ein Wyvern fängt Liams Drachen Deigh in einer Todesspirale und lässt ihn in den Hügel krachen. Liam stirbt in Violets Schoß und lässt sie versprechen, sich um seine jüngere Schwester zu kümmern. Trauer entzündet sich zu Entschlossenheit, als Violet entdeckt, dass das Töten eines Venin alle seine Wyvern vernichtet. Mit Andarnas letztem Schub zeitanhaltender Kraft und jedem Funken von Tairns kanalisiertem Blitz lenkt sie einen Blitzschlag in die exakte Position und vernichtet den mächtigsten Venin auf dem Schlachtfeld. Die Horde fällt wie Steine vom Himmel.

Aretia steht noch

Ein totgeglaubter Bruder heilt eine vergiftete Schwester in der Stadt, die nie brannte

Der vergiftete Dolch eines Venin brennt wie Säure durch Violets Blut, durchtrennt ihre Verbindung zu ihren Drachen und ihrer Kraft. Sie fällt von Tairns Rücken, wird kurz von Andarna aufgefangen, bevor Xaden ihren bewusstlosen Körper an sich nimmt. Er bringt sie nicht nach Basgiath, sondern an einen Ort, den sie nicht erkennt, bis sie drei Tage später erwacht. Durch die Fenster: grüne Dächer und ein Tempel mit markanten Säulen. Aretia — die tyrrische Hauptstadt, die nach der Rebellion angeblich niedergebrannt wurde — ist im Stillen wiederaufgebaut worden. Xaden und die gezeichneten Reiter haben die Bemühungen im Geheimen angeführt. Die Person, die das Gift aus ihren Adern gezogen hat, die eine Wunde heilte, die kein gewöhnlicher Heiler hätte behandeln können, ist ihr Bruder Brennan. Er lebt seit fünf Jahren. Er heißt sie in der Revolution willkommen.

Epilog

Aus Xadens Perspektive waren die drei Tage, die Violet bewusstlos in Aretia lag, eine Abrechnung mit jedem Geheimnis, das er gehütet, und jedem Moment, in dem er sich in sie verliebt hatte — die Brüstung, die Dolche an seinem Kopf, der Kuss im Schnee. Als sie erwacht, ist die Liebe noch immer in ihren Augen sichtbar, doch sie ist jetzt gepanzert. Violet erklärt sich bereit, an der Seite der Revolution zu kämpfen, ihren Blitz gegen die Venin und die Lügen zu richten, auf denen ihr Königreich seine Mauern errichtet hat. Doch das Herz, das sie ihm freiwillig angeboten hatte? Das wird er sich zurückverdienen müssen, ein ehrliches Wort nach dem anderen. Der Krieg jenseits von Navarres Grenzen hat seine mächtigste Waffe gefunden. Der Krieg in ihrem Herzen hat gerade erst begonnen.

Analyse

Fourth Wing hinterfragt die Architektur institutioneller Macht durch eine trügerisch einfache Frage: Wer entscheidet, welche Wahrheiten Schutz verdienen? Navarres Kriegskolleg bildet Reiter aus, um Grenzen zu verteidigen, die nicht der Sicherheit, sondern der strategischen Unwissenheit dienen. Die Schutzbanne, die das Königreich abschirmen, blockieren nicht nur feindliche Magie — sie blockieren moralische Verantwortung und ermöglichen es einer Zivilisation, das Leid jenseits ihrer Mauern zu ignorieren. Violets Weg von der angehenden Schreiberin zur Blitzträgerin zeichnet den schmerzhaften Übergang von der passiven Wissenskonsumentin zur aktiven Teilnehmerin an Systemen nach, die sie nicht länger als gerecht betrachten kann.

Die zentrale psychologische Spannung des Romans besteht nicht zwischen Violet und Xaden — sondern zwischen Violet und ihrer eigenen Fähigkeit zur Gewalt. Aufgewachsen unter Büchern, die sie lehrten, Geschichte aufzuzeichnen statt sie zu schreiben, wehrt sie sich die gesamte Erzählung hindurch gegen die Identität, die ihr Signet bestätigt: Sie ist nicht die Heilerin, die sie zu sein hoffte, sondern der Sturm. Rebecca Yarros konstruiert diese Offenbarung so, dass Violets erster Einsatz des Blitzes einen Menschen tötet, wodurch sich ihre Kraft weniger wie ein Geschenk anfühlt als vielmehr wie ein Urteil über ihr Wesen.

Die Feinde-zu-Liebenden-Struktur fungiert als Metapher für vererbten Konflikt. Der Krieg ihrer Eltern schuf eine Rückkopplungsschleife aus Trauer und Vergeltung — Xadens Vater tötete Violets Bruder, Violets Mutter ließ Xadens Vater hinrichten — und die Paarbindung zwingt sie, sich der Frage zu stellen, ob sie durch den Krieg ihrer Eltern definiert werden oder durch ihre eigenen Entscheidungen. Xadens einhundertsieben Narben stellen eine besonders scharfe Kritik an Kollektivstrafe dar: Kinder, die für Entscheidungen gebrandmarkt wurden, die sie nie getroffen haben, eingezogen in ein tödliches System, dem man ihnen als Gnade verkauft.

Das tiefgreifendste Argument des Buches lautet, dass institutionelle Geheimhaltung kein Schutz ist, sondern Mittäterschaft. Die Schreiber, die Venin aus den Archiven tilgten, die Generäle, die Schlachtberichte schwärzen, die Schutzbanne, die willentliche Blindheit ermöglichen — das sind keine Schilde. Es sind Kontrollmechanismen im Gewand der Sicherheit. Violets gesamter Handlungsbogen besteht darin, das eine vom anderen unterscheiden zu lernen, und ihre abschließende Entscheidung, sich der Revolution anzuschließen, bedeutet weniger, die Seiten zu wechseln, als sich zu weigern, Bequemlichkeit als Gewissen zu tarnen.

Zuletzt aktualisiert:

Report Issue

Rezensionsübersicht

4.57 von 5
Durchschnitt von 3.000.000+ Bewertungen von Goodreads und Amazon.

Fourth Wing hat gemischte Kritiken erhalten. Viele loben die temporeiche Handlung, die fesselnden Charaktere und das faszinierende Drachenreiter-Konzept. Fans schätzen die Liebesgeschichte, den Weltenbau und die Entschlossenheit der Protagonistin Violet. Kritiker hingegen bemängeln, dem Buch fehle es an Originalität, es stütze sich zu stark auf Klischees und die Charaktere seien unzureichend ausgearbeitet. Manche empfinden den Schreibstil als unreif und die Dialoge als peinlich. Trotz der polarisierenden Meinungen hat das Buch erhebliche Popularität erlangt und große Vorfreude auf die Fortsetzung geweckt, wobei viele Leser gespannt auf die Weiterführung von Violets und Xadens Geschichte warten.

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4.69
1883 Bewertungen
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Charaktere

Violet Sorrengail

Widerwillige Reiterin, Blitzwirkerin

Tochter von Navarres mächtigster Generalin und eines geliebten Schreibervaters. Violet bewohnt einen Körper, der sie ständig verrät – brüchige Knochen, hypermobile Gelenke, Bänder, die unter gewöhnlicher Belastung reißen. Ausgebildet für ein Leben zwischen Büchern und Archiven, nicht für den Überlebenskampf der Drachenreiter, in dem es heißt: töten oder getötet werden. Ihr bestimmendes Merkmal ist kognitive Widerstandsfähigkeit: Wo ihr Körper versagt, kompensiert ihr Verstand mit enzyklopädischem Erinnerungsvermögen, strategischem Problemlösen und einem Instinkt dafür, die rettende Regel zu finden. Sie verarbeitet Angst, indem sie sie intellektualisiert – Fakten aufsagt, Schwächen analysiert und Gegner vergiftet, bevor diese je die Matte erreichen. Ihre tiefste Wunde ist das beständige Gefühl, die unzureichende Sorrengail zu sein, diejenige, die nicht an ihre Krieger-Mutter und ihre legendären Geschwister heranreicht. Ihr Entwicklungsbogen führt sie zur Erkenntnis, dass Stärke nichts mit dem Körper zu tun hat, der sie beherbergt.

Xaden Riorson

Schattenbeherrschender Schwarmführer

Sohn des Großen Verräters, dessen Rebellion Violets Bruder das Leben kostete und dessen Hinrichtung von Violets Mutter beaufsichtigt wurde. Mit siebzehn handelte Xaden einen Deal aus, um einhundertsieben Kinder von Rebellionsanführern zu retten – er übernahm persönlich die Verantwortung für ihre Loyalität, eingeritzt als Narben in seinen Rücken. Sein schattenwirkendes Signet macht ihn zum mächtigsten Reiter im Quadranten, und seine Rebellionsreliquie erstreckt sich vom Handgelenk bis zur Kieferlinie wie eine permanente Warnung. Unter der tödlichen Gelassenheit und sardonischen Kontrolle verbirgt sich jemand, der seit seiner Jugend das Überleben anderer auf seinen Schultern trägt. Sein Verhältnis zu Vertrauen ist grundlegend zerrüttet – er schenkt denen Loyalität, die er beschützt, verschanzt aber seine eigene Verletzlichkeit hinter undurchdringlichen Mauern. Seine Anziehung zu Violet erschreckt ihn gerade deshalb, weil sie durch jede Verteidigung hindurchsieht, die er errichtet.

Dain Aetos

Regelgebundener bester Freund

Violets bester Freund aus Kindertagen, Sohn des vertrautesten Beraters von General Sorrengail. Ein Zweitjahres-Truppführer, dessen Signet es ihm erlaubt, durch körperliche Berührung des Gesichts jüngste Erinnerungen zu lesen. Dain verkörpert institutionalisierte Loyalität – er verehrt Regeln, respektiert Hierarchien und glaubt, dass Systeme zum Schutz existieren. Seine Liebe zu Violet ist aufrichtig, aber besitzergreifend, und äußert sich als zwanghaftes Bedürfnis, sie zu beschirmen, anstatt ihr zuzutrauen, Gefahren selbst zu begegnen. Er drängt sie wiederholt, in den Schreiberquadranten zu fliehen, unfähig, seine Angst, sie zu verlieren, von seiner Einschätzung ihrer Fähigkeiten zu trennen. Sein psychologischer Kern ist ein Konflikt zwischen Zuneigung und Ordnung: Als er gezwungen wird, zwischen dem Brechen einer Regel und der Rettung Violets zu wählen, gibt er zu, dass er die Regel wählen würde – ein Geständnis, das ihre Freundschaft unwiderruflich zerbricht.

Rhiannon Matthias

Violets entschlossenste Verbündete

Violets engste Freundin im Quadranten, eine Erstjährige aus einem Grenzdorf, die seit ihrer Kindheit vom Reiten träumte. Schlagfertig, unerschütterlich loyal und eine verheerende Nahkämpferin, die jeden Abend mit Violet auf der Matte trainiert. Sie und Violet schmieden ihr Bündnis auf den Stufen des Parapets durch einen getauschten Stiefel und vertiefen es durch gemeinsame Lerneinheiten, Sparring und gegenseitige Ehrlichkeit. Ihr Signet manifestiert sich als Herbeirufung – die Fähigkeit, Gegenstände über Entfernungen hinweg in ihre Hände zu transportieren.

Liam Mairi

Loyaler Leibwächter, Ziehbruder

Xadens Ziehbruder und der stärkste Erstjährige im Quadranten, nach der Schwelle als Violets persönlicher Schatten eingesetzt. Er trägt eine Rebellionsreliquie, geht seinen Pflichten aber mit Wärme, Humor und einem stets griffbereiten Schnitzmesser nach, das kunstvolle Drachenfiguren hervorbringt. Seine Loyalität gegenüber Xaden ist absolut – eine Schuld, die daraus erwuchs, dass Xaden alle einhundertsieben gezeichneten Kinder rettete – doch seine Freundschaft mit Violet wird aufrichtig und beschützend. Er besitzt das Signet der Fernsicht, das ihm erlaubt, über große Entfernungen zu sehen.

Tairn

Uralter, mürrischer schwarzer Drache

Ein hundert Jahre alter Schwarzer Morgensternschweif, der mächtigste ungebundene Drache in Navarre, bevor er Violet erwählte. Barsch, herrisch und permanent unbeeindruckt von menschlicher Zerbrechlichkeit, kommuniziert er telepathisch und kritisiert jede von Violets Leistungen. Er wählte sie nicht wegen körperlicher Stärke, sondern wegen des Mutes, den sie zeigte, als sie Andarna gegen drei bewaffnete Angreifer verteidigte. Er ist der Gefährte von Sgaeyl, Xadens Blauem Dolchschweif, was ein Band schafft, das die Schicksale aller vier für immer miteinander verkettet.

Andarna

Goldener junger Federschweif

Ein goldener Federschweif, der in Wahrheit ein zweijähriges Jungtier ist – eine Tatsache, die verborgen bleiben muss, da sie sonst wegen der angeborenen Kraft gejagt würde, die Federschweife vor ihrer Reife direkt an ihre Reiter weiterleiten können. Fröhlich, mutig und eigensinnig unabhängig trotz ihrer geringen Größe und fehlenden Klauen. Sie bindet sich an Violet, nachdem diese sie vor Jägern verteidigt hat, und wählt ihre Reiterin aus Dankbarkeit und Instinkt. Ihre Gabe, die Zeit anzuhalten, ist mächtig, aber verheerend kräftezehrend.

Mira Sorrengail

Ausgezeichnete Schwester, entschlossene Beschützerin

Violets ältere Schwester, eine ausgezeichnete Reiterin, berühmt für ihre Tapferkeit in der Schlacht von Strythmore. Entschlossen, pragmatisch und beschützend rüstet sie Violet vor dem Tag der Einberufung mit Drachenschuppenrüstung und Dolchen aus und bietet so den physischen Schutz, den sie persönlich nicht geben kann. An der Ostgrenze stationiert, dient sie sowohl als Vorbild als auch als Maßstab, an dem Violet sich misst. Ihr Signet erzeugt schützende Bannkreise um sie selbst und ihren Trupp.

Jack Barlowe

Sadistischer, mörderischer Erstjähriger

Ein gewalttätiger Erstjähriger, der einen Kandidaten auf dem Parapet ermordet und schwört, Violet von ihrer ersten Begegnung an zu töten. Seine Grausamkeit ist systematisch und öffentlich – er bricht Genick während der Prüfungen, jagt den goldenen Federschweif bei der Schwelle und bedroht Violet offen bei jeder Gelegenheit. Gebunden an einen Orangenen Skorpionschweif, verkörpert er die Philosophie des Quadranten von Stärke in ihrer brutalsten und verdorbensten Form.

Imogen

Widerwillige Trainerin, gezeichnete Verbündete

Eine Zweitjährige mit einer Rebellionsreliquie, die Violet bei der ersten Sparring-Prüfung den Arm bricht, getrieben von Wut über die Hinrichtung ihrer Mutter durch Violets Mutter. Allmählich wird sie auf Xadens Befehl hin zu einer unerwarteten Trainerin, die Violet durch zermürbende Gewichtseinheiten treibt, um ihre verräterischen Gelenke zu stärken. Ihre Entwicklung von der Feindin zur widerwilligen Verbündeten spiegelt den übergreifenden Handlungsbogen wider, in dem vererbter Groll vor pragmatischer Notwendigkeit zurückweicht.

Garrick

Xadens rechte Hand

Xadens engster Freund und Anführer der Flammen-Sektion im Vierten Schwarm. Massig, pragmatisch und nach Xaden der beste Kämpfer des Quadranten. Er trägt eine Rebellionsreliquie und dient als Xadens vertrauter Leutnant sowohl bei offiziellen Militäroperationen als auch bei verdeckten Missionen jenseits der Bannkreise.

Bodhi

Xadens loyaler Cousin

Xadens Cousin und ein Zweitjähriger im Vierten Schwarm. Er teilt die bronzenen Züge seines Cousins, wirkt dabei aber sanfter und zugänglicher. Unerschütterlich in seiner Loyalität gegenüber Xaden nimmt er ohne Zögern an jeder geheimen Operation teil.

General Sorrengail

Kalte, befehlsgewohnte Mutter

Violets Mutter und kommandierende Generalin der Kriegsakademie Basgiath. Legendär für ihr sturmwirkendes Signet und ihre emotionale Unnahbarkeit. Sie zwingt Violet in den Reiterquadranten und weigert sich, ihre Tochter als etwas anderes zu sehen als eine weitere Kadettin, die an unmöglichen Maßstäben gemessen wird.

Sgaeyl

Xadens gnadenlose blaue Drachin

Xadens Blauer Dolchschweif und Tairns Gefährtin. Eine der mächtigsten und gefürchtetsten Drachen in Navarre, sie spricht durch das Gefährtinnenband zu Violet und spiegelt Xadens wilde Beschützerinstinkte mit der unsentimentalen Logik eines Raubtiers wider.

Brennan Sorrengail

Violets betrauerter älterer Bruder

Violets älterer Bruder, der während der tyrrishischen Rebellion fünf Jahre vor Beginn der Geschichte als gefallen gilt. Ein ehemaliger Reiter, dessen heilendes Signet – die Fähigkeit, alles in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen – ihn außergewöhnlich selten und wertvoll machte. Sein Überlebensjournal wird zu Violets Rettungsanker im Quadranten.

Erzähltechniken

Drachenschuppenrüstung

Unsichtbare, vererbte Rettungsleine

Mira sammelt Schuppen, die ihr eigener Drache Teine abgeworfen hat, lässt sie magisch schrumpfen und näht sie vor dem Tag der Einberufung in ein westenartiges Korsett für Violet ein. Die Rüstung ist unter normaler Kleidung praktisch nicht zu erkennen und bietet einen Schutz, den keine reguläre Uniform bieten kann. Sie lenkt Dolche ab, absorbiert Schwerthiebe und rettet Violet wiederholt das Leben – während der Sparring-Prüfung, als Imogen einen tödlichen Stich versucht, während des Mordanschlags in ihrem Schlafzimmer und als Klingen bei der Schwelle ihre Rippen treffen. Über ihre taktische Funktion hinaus trägt die Rüstung emotionales Gewicht: Sie ist Miras Liebe in physischer Form, die Violet über Hunderte von Meilen Entfernung hinweg beschützt. Das Mittel verkörpert das Argument des Romans, dass Vorbereitung und Einfallsreichtum ebenso wichtig sind wie rohe Stärke.

Der Kodex

Regeln als Waffen und Schilde

Der Kodex der Drachenreiter ist das heilige Regelwerk des Quadranten, das alles von Kampf bis Hinrichtungsrechten regelt. Seine Artikel bestimmen, dass Kadetten im Schlaf nicht angegriffen werden dürfen, dass Herausforderungen bestimmten Protokollen folgen müssen und dass Gegenstände, die über das Parapet getragen werden, als Teil der Person des Reiters gelten. Violet setzt den Kodex wiederholt als Waffe ein – sie zitiert ihn, um Jack am Angriff in der Zitadelle zu hindern, um die Verwendung ihres Dolches auf der letzten Rampe des Hindernisparcours zu rechtfertigen und um sich in der Formation zu schützen. Der Kodex ermöglicht gleichzeitig Gewalt (Herausforderungen, bei denen der Tod akzeptabel ist) und begrenzt sie, wodurch eine Welt entsteht, in der Regelkenntnis ebenso tödlich ist wie körperliche Stärke. Er repräsentiert die dünne Membran zwischen Ordnung und Chaos – und Violets Schreiberausbildung macht sie zu seiner effektivsten Interpretin.

Brennans Tagebuch

Überlebensratgeber des toten Bruders

Heimlich über Mira an Violet weitergegeben, enthält dieses Tagebuch Brennans handgeschriebene Ratschläge zum Überleben im Reiterquadranten – Taktiken, die er ursprünglich für Mira niedergeschrieben hatte. Seine wichtigste Enthüllung ist, dass die Paarungen für Herausforderungen im Voraus im Besprechungsraum der Ausbilder ausgehängt werden, was Violets Vergiftungsstrategie ermöglicht. Über den Informationswert hinaus trägt das Tagebuch tiefes emotionales Gewicht: Es ist das letzte erhaltene Zeugnis von Brennans Stimme, gefüllt mit seinem sardonischen Humor und seiner entschlossenen Fürsorge für seine Schwestern. Jeder Eintrag liest sich wie ein Gespräch mit einem Geist, der entschlossen ist, die Lebenden am Leben zu erhalten. Das Tagebuch steht dafür, wie familiäre Bande über den Verlust hinaus bestehen – Führung von jemandem, der nicht anwesend sein kann, dessen Liebe aber in Tinte und Pergament fortbesteht.

Rebellionsreliquien

Eingebrannte Male der vererbten Sünde

Schimmernde Male, die einhundertsieben Kindern von Rebellionsanführern nach der Hinrichtung ihrer Eltern durch General Melgrens Drachen auf die Haut übertragen wurden. Die Reliquien dienen als permanente Brandmarkung – sichtbare Warnungen, dass der Träger das Kind eines Verräters ist. Sie bestimmen das Leben des Trägers: Alle gezeichneten Kinder werden in den tödlichsten Quadranten gezwungen, dürfen sich nicht in Gruppen von mehr als drei versammeln und sind ständigem Misstrauen ausgesetzt. Auf erzählerischer Ebene fungieren die Reliquien als Lackmustest für jede Figur, die ihnen begegnet – sie offenbaren, ob jemand andere nach den Entscheidungen ihrer Eltern oder nach ihren eigenen Taten beurteilt. Violets sich wandelnde Reaktion auf die Reliquien zeichnet ihr moralisches Wachstum von vererbtem Vorurteil hin zu eigenständigem Urteil nach.

Die Fabeln der Öden

Verborgene Wahrheit in Kindergeschichten

Eine Sammlung düsterer Märchen, die Violets Vater ihr als Kind vorlas, mit Venin, die Magie aus der Erde saugen, Wyvern, die durch ihre Verderbnis erschaffen wurden, und uralten Kriegen, die den Kontinent formten. Violet trägt dieses Buch als Trost bei sich, ohne je zu ahnen, dass die Geschichten buchstäbliche Geschichte sein könnten statt Allegorien. Ihr Vater versteckte einen kryptischen Brief im Einband, in dem er sie drängte, sich daran zu erinnern, dass Folklore die Vergangenheit bewahrt und dass eine einzige verzweifelte Generation die Geschichte vollständig auslöschen kann. Das auffällige Fehlen des Buches in den Archiven – Navarres umfassendem Aufbewahrungsort aller bekannten Texte – wird zum ersten beunruhigenden Hinweis darauf, dass das Königreich systematisch bestimmte Wahrheiten aus seinen offiziellen Aufzeichnungen getilgt und durch bereinigte Versionen ersetzt hat.

Über den Autor

Rebecca Yarros ist eine New-York-Times-Bestsellerautorin, bekannt für ihre Liebes- und Fantasyromane. Mit über zwanzig Büchern, darunter das populäre Fourth Wing, The Last Letter und The Things We Leave Unfinished, hat sich Yarros als bedeutende Figur der zeitgenössischen Belletristik etabliert. Sie wurde für ihr Werk ausgezeichnet und gewann den Colorado Romance Writer's Award of Excellence. Yarros schöpft Inspiration aus ihrem persönlichen Leben als Ehefrau eines Militärhelden und Mutter von sechs Kindern, darunter vier eishockeyspielende Söhne. Ihre Werke zeichnen sich häufig durch militärische Themen und starke romantische Elemente aus. Yarros pflegt den Kontakt zu ihren Lesern über ihre Website und soziale Medien und hält sie über kommende Veröffentlichungen auf dem Laufenden.

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